Dänemark - Rosklide Universität
- Laura Storch
- 2. Jan. 2023
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Dez. 2023
Für mich war seit meinem ersten Semester klar, dass es für mich in meinem Auslandssemester nach Dänemark gehen sollte. Umso glücklicher war ich, als ich die Zusage für Kopenhagen erhielt und mich um das weitere Organisatorische kümmern durfte. Nach der offiziellen Bewerbung an der Roskilde Universität (RUC) war die Auswahl eines Wohnheims auf dem Campus angesagt.
Es gibt insgesamt drei Wohnheime für internationale Austauschstudenten: Korallen, Kolibrien und Rockwool. Obwohl viele Dänen tatsächlich in Kopenhagen oder in Roskilde wohnen und jeden Morgen mit dem Zug zum Campus fahren, finden sich auch in den Wohnheimen auf dem Campus ein paar Dänen. Korallen ist das Beliebteste, da man dort neben einem eigenen Badezimmer auch eine eigene Küchenzeile hat. Ich selbst habe in Kolibrien gewohnt, ein kleiner Komplex von 3 Häusern und insgesamt 56 freien Zimmern, die auf 4 WGs verteilt sind. Ein kleines Badezimmer hat jeder selbst in seinem Zimmer, eine Küche habe ich mir mit 14 Leuten geteilt. Vierzehn Mitbewohner hört sich anfangs erstmal viel an, aber dadurch, dass es auch ein Wohnzimmer mit Sofas gibt, lernt man sich super schnell kennen. Da alle meine Mitbewohner aus unterschiedlichen Ländern kamen, gab es wöchentlich ein internationales Dinner, und wir hatten immer total viel Spaß, die Kultur der anderen auch kulinarisch kennenzulernen. Wenn es mal etwas

spannender als Spieleabende und Dinnerpartys werden sollte, bot es sich jeden Donnerstag an, in die RUC-Bar zu gehen: Ein kleines Gebäude auf dem Campus, in dem sich eine von Studenten geführte Bar befindet und jeder eingeladen ist, Bier zu trinken, zu tanzen oder sich auf einem der Sofas einen gemütlichen Abend zu machen. Größere Partys finden auch alle paar Wochen statt, da im Wintersemester recht viele Feiertage aufeinander folgen. Es gibt im September ein jährliches Campusfestival, eine Semesterstart-Party in der Cafeteria, eine Halloween Party in einem Unigebäude und auch sonst zahlreiche Partys, die die Möglichkeit bieten, zu tanzen, die dänische Kultur und auch Dänen kennenzulernen. Die Partys sind aber eher gemütlicher, da die Dänen meistens draußen stehen, sich unterhalten oder drinnen an der Bar auf ihr Getränk warten. Die Tanzfläche ist meistens von Internationals besetzt. Generell war mein Gefühl, dass hier alles etwas gemütlicher abläuft als in Deutschland. Das Motto “Hygge” ist auf jeden Fall nicht nur ein Klischee (ja, googlen!). Die Vorlesungen waren zwar anstrengend, da das Tutorium direkt im Anschluss stattfand und auch vom Professor gehalten wurde. Dadurch hatte man im Prinzip 4 Stunden Vorlesung. Aber da alle 20 Minuten eine ca. 10-minütige Pause gemacht wurde, um sich Kaffee zu holen oder kurz rauszugehen, kamen einem die 4 Stunden viel kürzer vor. Eine Besonderheit der RUC, die auch bei jeder Gelegenheit erwähnt sei, ist die fokussierte Gruppenarbeit. Im Bachelor muss jeder Student jedes Semester eine 50-seitige Gruppenarbeit (meistens in Gruppen von 3-5 Studenten) über ein frei gewähltes Thema abgeben. Dies war für mich der anstrengendste Teil des Studiums, da in Tübingen so gut wie nie Gruppenarbeiten stattfanden. Aber dadurch, dass die Dänen darin geübt sind, wird man auf jeden Fall nicht alleine gelassen und sozusagen durch den Prozess geführt.

Der Campus liegt etwas außerhalb von Roskilde, aber innerhalb von 4 Minuten ist man mit der Bahn in der Stadt. Roskilde ist nicht die größte Stadt, ist aber trotzdem voll von verschiedenen Möglichkeiten, etwas zu unternehmen. Der Strand bietet im August und September, wenn es noch bis zu 28 °C warm ist, viele Möglichkeiten, sich zu sonnen. In den kälteren Monaten lohnt sich ein Besuch im Wikinger Museum oder im Gimle, einer Konzerthalle / Bar / Café, das von freiwilligen Mitarbeitern geleitet wird. Aber natürlich lohnt es sich auch nur nach Roskilde zu fahren, denn Kopenhagen ist in 25 Minuten mit der S-Bahn zu erreichen und bietet unendlich viele Möglichkeiten. Es gibt viele Museen, die an bestimmten Wochentagen kostenlos sind. Und auch die bekannten Sehenswürdigkeiten wie Nyhavn, Christiania oder Tivoli lohnen sich auf jeden Fall. Vor allem zur Winterzeit ist es meiner Meinung nach besonders schön, da Weihnachtsmärkte relativ früh öffnen und es, im Gegensatz zu Deutschland, auch ab und zu mal schneit und so ein richtig schönes Weihnachtsgefühl aufkommt. Meine Zeit in Dänemark ging viel zu schnell vorbei und ich hatte lange nicht die Gelegenheit, alles zu erleben. Aber die 5 Monate waren auf jeden Fall mit die schönsten meines Studiums.